Elicit vs. SciSpace: Welches KI-Tool für die Literaturrecherche ist besser?
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Für die reine Literaturrecherche mit belastbaren Zitaten ist Elicit in den meisten Fällen die bessere Wahl: Es durchsucht über 125 Millionen Paper und baut dir die Ergebnisse in eine Tabelle, in der jede Aussage an eine konkrete Studie geknüpft ist. SciSpace ist stärker, wenn du ein einzelnes PDF im Detail verstehen willst – der “Copilot” erklärt dir markierte Stellen, Formeln und Fachbegriffe direkt im Dokument. Kurz: Elicit findet und vergleicht Studien, SciSpace liest sie mit dir durch.
Welches Tool für dich das richtige ist, hängt also weniger am Funktionsumfang als an deiner Aufgabe. Dieser Vergleich geht beide Programme entlang der Punkte durch, an denen die Entscheidung wirklich hängt: Suche, Zusammenfassung, Datenextraktion, Preis, Deutsch und Datenschutz.
Elicit ist ein KI-Rechercheassistent, der über 125 Millionen Paper durchsucht und dir die Treffer als Tabelle aufbereitet, in der jede Aussage an eine konkrete Studie geknüpft ist.

SciSpace ist ein KI-Lesehelfer, dessen “Copilot” dir einzelne PDFs erschließt – er erklärt markierte Stellen, Formeln und Fachbegriffe direkt im geöffneten Dokument.

Elicit vs. SciSpace: Der Schnellvergleich
Wenn du es eilig hast, hier die Kurzfassung in einer Tabelle. Die Details zu jedem Punkt folgen darunter.
| Kriterium | Elicit | SciSpace |
|---|---|---|
| Hauptzweck | Studien finden, vergleichen, extrahieren | Einzelne PDFs verstehen, Chat im Dokument |
| Datenbank | über 125 Mio. Paper (Semantic Scholar) | über 280 Mio. Paper |
| Stärke | Datenextraktion in Tabellen | ”Copilot” erklärt markierte Stellen |
| Zusammenfassung | Synthese über mehrere Paper | pro Dokument, sehr ausführlich |
| Deutsch (Oberfläche) | Englisch, kommt aber mit deutschen Fragen klar | mehrsprachig, übersetzt auch Texte |
| Kostenloser Plan | ja, mit Monatslimit | ja, mit Tageslimit |
| Pro-Preis (ca.) | ab ~10–12 $/Monat | ab ~12 $/Monat |
| Serverstandort | USA | USA |
Beide Tools sind keine Spielzeuge mehr, sondern feste Größen im akademischen Alltag. Eine ausführliche Einordnung des Marktführers findest du in unserem Elicit AI im ausführlichen Test – dort geht es um den Workflow, die Grenzen und die Frage, wie verlässlich die Zitate wirklich sind.
Funktionen im Vergleich: Suche, Zusammenfassung, Datenextraktion
Bei der Suche arbeiten die beiden grundverschieden. Elicit ist auf die Frage-zu-Studien-Logik ausgelegt: Du tippst eine echte Forschungsfrage ein, etwa “Senkt Intervallfasten den Blutdruck bei Erwachsenen?”, und bekommst eine Liste relevanter Paper plus eine Ein-Satz-Zusammenfassung pro Studie. Die Treffer kommen aus dem Semantic-Scholar-Korpus mit über 125 Millionen Arbeiten. SciSpace startet meist anders – du lädst ein PDF hoch oder suchst nach einem konkreten Paper, das du dann im Detail durcharbeitest. Die SciSpace-Datenbank ist mit über 280 Millionen Dokumenten zwar größer, aber Masse ist hier nicht der entscheidende Punkt.
Bei der Zusammenfassung zeigt sich der Unterschied am deutlichsten. Elicit fasst nicht nur einzelne Paper zusammen, sondern synthetisiert über mehrere hinweg: “Sieben von neun Studien fanden einen Effekt, zwei nicht.” Das ist genau das, was du für einen Forschungsstand brauchst. SciSpace dagegen geht in die Tiefe eines einzelnen Textes. Der “Copilot” beantwortet Fragen zum geöffneten PDF, erklärt Tabellen, Formeln und Methoden und übersetzt schwierige Absätze in verständliche Sprache. Für das Verstehen eines komplizierten Papers ist das oft hilfreicher als jede Synthese.
Die Datenextraktion ist Elicits Paradedisziplin. Du definierst Spalten – etwa “Stichprobengröße”, “Studiendesign”, “Hauptergebnis” – und Elicit füllt sie für jede gefundene Studie automatisch aus. Am Ende hast du eine saubere Tabelle, die du nach Excel exportieren kannst. Das spart bei einer systematischen Übersichtsarbeit Stunden. SciSpace kann Tabellen ebenfalls extrahieren, ist dabei aber eher auf das einzelne Dokument fokussiert als auf den Vergleich vieler Paper nebeneinander.
Ein Punkt, der für beide gilt: Vertraue keinem KI-Tool blind. Beide können Studien falsch zusammenfassen oder eine Aussage etwas zu sicher formulieren. Der Vorteil ist, dass beide die Quelle verlinken – du kannst also jede wichtige Behauptung am Originaltext prüfen. Tu das auch, besonders bei allem, was in deiner Arbeit landet.
Preise: kostenlose Pläne und Upgrades gegenübergestellt
Beide Tools haben einen kostenlosen Plan, und für den Anfang reicht der oft. Die Unterschiede stecken in den Limits.
Bei Elicit ist der Gratis-Plan auf eine bestimmte Zahl von Suchen und Extraktionen pro Monat gedeckelt. Du kannst das Tool also kennenlernen und kleinere Recherchen erledigen, stößt bei einer großen Literaturarbeit aber schnell an die Grenze. Der bezahlte Plan beginnt bei rund 10 bis 12 US-Dollar im Monat und hebt die Limits deutlich an; höhere Stufen schalten größere Extraktionstabellen und mehr Spalten frei.
SciSpace arbeitet eher mit einem Tageslimit für Fragen an den Copilot. Wer nur ab und zu ein Paper durcharbeitet, kommt damit weit. Der Pro-Plan liegt bei etwa 12 US-Dollar im Monat und entfernt die täglichen Beschränkungen.
Mein praktischer Rat: Starte bei beiden mit dem kostenlosen Plan und teste sie an einer echten Aufgabe aus deinem Studium. Erst wenn du merkst, gegen welche Wand du läufst – zu wenige Suchen bei Elicit, zu wenige Copilot-Fragen bei SciSpace –, weißt du, welches Upgrade sich für dich lohnt. Wer KI ohnehin breiter fürs Studium nutzt, findet weitere Optionen in unserer Übersicht zu KI-Tools für das Studium.
Deutschsprachige Quellen & Sprache: Wer kommt mit Deutsch besser klar?
Die Oberfläche ist bei beiden auf Englisch ausgelegt, aber das ist im Alltag kaum ein Problem. Beide verstehen deutsche Fragen und antworten auf Wunsch auch auf Deutsch.
Bei der Suche selbst gilt für beide dieselbe Einschränkung: Die zugrundeliegenden Datenbanken bestehen ganz überwiegend aus englischsprachigen Papern. Deutsche Forschung ist vertreten, aber unterrepräsentiert – wer ausschließlich deutschsprachige Quellen für eine Hausarbeit zu einem regionalen oder rechtlichen Thema braucht, kommt um die klassischen Kataloge wie den GVK oder die Datenbanken der Unibibliothek nicht herum.
Beim Verstehen hat SciSpace einen kleinen Vorteil. Der Copilot übersetzt englische Fachtexte zuverlässig ins Deutsche und erklärt Begriffe in der Sprache, in der du fragst. Für Studierende, die mit englischer Fachliteratur (noch) ringen, ist das ein echter Komfortgewinn. Elicit gibt seine Zusammenfassungen ebenfalls auf Deutsch aus, wenn du danach fragst, ist aber stärker auf die strukturierte Synthese als auf das Erklären einzelner Absätze ausgelegt.
DSGVO & Datenschutz im Vergleich
Beide Dienste laufen auf US-Servern, und das solltest du wissen, bevor du sensible Daten hochlädst. Elicit wird von der gemeinnützigen Organisation Elicit (ehemals Ought) in den USA betrieben, SciSpace gehört zu einem Anbieter mit Sitz in den USA und Indien. In beiden Fällen verlassen deine Eingaben und hochgeladenen PDFs den europäischen Rechtsraum.
Für die normale Literaturrecherche ist das selten ein Problem: Du suchst nach öffentlich publizierten Papern, da gibt es keine personenbezogenen Daten zu schützen. Heikel wird es, wenn du eigene unveröffentlichte Dokumente hochlädst – etwa Interviewtranskripte aus einer empirischen Arbeit, in denen Namen oder Gesundheitsdaten vorkommen. Solche Inhalte gehören ohne Anonymisierung in kein US-Tool.
Konkrete Faustregeln:
- Lade nur veröffentlichte oder anonymisierte Dokumente hoch.
- Prüfe vor der Abgabe einer Abschlussarbeit, ob deine Uni eigene Vorgaben zu KI-Tools und Datenschutz hat – viele Fachbereiche haben das inzwischen geregelt.
- Behandle beide Tools als Recherche- und Verständnishilfe, nicht als Ablage für vertrauliche Forschungsdaten.
Datenschutzrechtlich nehmen sich Elicit und SciSpace also wenig. Wenn DSGVO-Konformität für dich ein hartes Kriterium ist, brauchst du in beiden Fällen die Zustimmung deiner betreuenden Stelle und solltest sensible Inhalte gar nicht erst hochladen.
Für wen eignet sich welches Tool?
Elicit passt zu dir, wenn deine Aufgabe “viele Studien überblicken” heißt. Das gilt vor allem für:
- systematische Literaturübersichten und den Forschungsstand einer Abschlussarbeit
- das schnelle Sondieren eines neuen Themas (“Was sagt die Forschung dazu?”)
- alle, die Daten aus vielen Papern in eine vergleichbare Tabelle bringen müssen
SciSpace passt zu dir, wenn deine Aufgabe “ein schwieriges Paper verstehen” heißt. Also für:
- Studierende, die englische Fachartikel durcharbeiten und dabei Übersetzung und Erklärung brauchen
- das Verstehen einzelner Methoden, Formeln oder Tabellen in einem Dokument
- alle, die lieber im Chat Fragen an einen konkreten Text stellen, statt eine Datenbank zu durchsuchen
In der Praxis schließen sich die beiden nicht aus. Viele nutzen Elicit, um den Berg an relevanten Papern auf eine handhabbare Auswahl einzudampfen, und ziehen die spannendsten davon dann in SciSpace, um sie wirklich zu durchdringen. Wenn du KI auch beim Formulieren einsetzen willst, lies vorher, wie du dabei den eigenen Ton behältst – dazu haben wir einen eigenen Leitfaden zum Texte mit KI schreiben.
Fazit: Wann Elicit, wann SciSpace?
Nimm Elicit, wenn du Studien findest, vergleichst und Daten extrahierst – nimm SciSpace, wenn du ein einzelnes Paper bis ins Detail verstehen willst. Für den klassischen Forschungsstand einer Bachelor- oder Masterarbeit ist Elicit das stärkere Werkzeug, weil es über viele Quellen hinweg synthetisiert und dir eine saubere Extraktionstabelle liefert. SciSpace spielt seine Stärke aus, sobald du vor einem dichten englischen Artikel sitzt und ihn Absatz für Absatz aufgeschlüsselt haben willst.
Das Beste daran: Beide haben einen kostenlosen Plan. Du musst dich nicht vorab festlegen. Teste sie an einer echten Recherche aus deinem Studium, und nach einer Woche weißt du, welches Tool zu deiner Arbeitsweise passt. Wer tiefer in den Funktionsumfang, die Grenzen und die Zitat-Verlässlichkeit des Marktführers einsteigen will, findet das im Elicit AI im ausführlichen Test.
Häufige Fragen
Ist Elicit oder SciSpace besser für die Bachelorarbeit?
Für den Forschungsstand und das Vergleichen vieler Studien ist Elicit meist besser, weil es über mehrere Paper synthetisiert und die Ergebnisse in eine Tabelle extrahiert. SciSpace ist die bessere Wahl, wenn du einzelne englische Artikel im Detail verstehen musst. Viele kombinieren beide.
Sind Elicit und SciSpace kostenlos?
Beide haben einen kostenlosen Plan mit Limits: Elicit deckelt die Zahl der Suchen und Extraktionen pro Monat, SciSpace begrenzt die Fragen an den Copilot pro Tag. Pro-Pläne starten bei beiden bei rund 10 bis 12 US-Dollar im Monat.
Kann ich Elicit oder SciSpace auf Deutsch nutzen?
Die Oberfläche ist englisch, aber beide verstehen deutsche Fragen und antworten auf Deutsch. SciSpace übersetzt englische Fachtexte zusätzlich gut ins Deutsche. Die durchsuchten Datenbanken sind allerdings überwiegend englischsprachig.
Darf ich diese Tools für meine Abschlussarbeit verwenden?
Als Recherche- und Verständnishilfe in der Regel ja, aber prüfe die Vorgaben deiner Hochschule. Viele Fachbereiche verlangen eine Kennzeichnung der KI-Nutzung. Lade keine unveröffentlichten oder personenbezogenen Daten hoch, da beide Tools auf US-Servern laufen.
Sind die Zitate aus Elicit und SciSpace verlässlich?
Beide verlinken die Originalquelle, sodass du jede Aussage am Paper überprüfen kannst. Verlass dich nie blind auf die KI-Zusammenfassung – kontrolliere besonders alles, was in deine Arbeit übernommen wird, am Originaltext.