Claude Code Workflow: Best Practices & CLAUDE.md-Tipps
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Du hast Claude Code installiert, ein paar Sachen ausprobiert – und merkst jetzt: Manchmal läuft es wie geschmiert, manchmal dreht der Agent sich im Kreis, erfindet Dateien oder vergisst, was ihr vor zehn Minuten besprochen habt. Die gute Nachricht: Das liegt fast nie an Claude selbst, sondern am Workflow drumherum. Und den kannst du lernen.
Dieser Artikel zeigt dir, wie ein sauberer Claude-Code-Workflow aussieht, wie du eine CLAUDE.md schreibst, die wirklich hilft, und welche Anti-Patterns dir früher oder später auf die Füße fallen. Wenn du noch ganz am Anfang stehst, lies vorher kurz Was ist Claude Code? Einfach erklärt und Claude Code installieren & erste Schritte.
Wie ein guter Claude-Code-Workflow aussieht
Ein guter Claude-Code-Workflow heißt: erst denken lassen, dann handeln lassen – in kleinen, überprüfbaren Schritten statt einem großen “mach mal alles”.
Der häufigste Fehler von Einsteigern ist, Claude wie eine Wunschmaschine zu behandeln: ein langer Auftrag rein, fertiges Projekt raus. So funktioniert agentisches Arbeiten aber nicht zuverlässig. Besser ist ein Rhythmus, der sich in der Praxis bewährt hat – grob nach dem Muster erkunden → planen → umsetzen → prüfen:
- Erkunden: Lass Claude zuerst nur lesen und verstehen. „Schau dir die Struktur von
src/an und erklär mir, wie das Routing funktioniert.” Noch kein Code. - Planen: Bitte um einen Plan, bevor irgendetwas geschrieben wird. „Erstell einen Schritt-für-Schritt-Plan, wie wir Feature X einbauen. Schreib noch keinen Code.”
- Umsetzen: Erst jetzt geht es ans Ändern – idealerweise Schritt für Schritt, nicht alles auf einmal.
- Prüfen: Tests laufen lassen, Diff anschauen, committen. Dann der nächste Schritt.
Dieser Rhythmus klingt nach mehr Arbeit, spart dir aber unterm Strich Zeit, weil du nicht am Ende einen 800-Zeilen-Wust entwirren musst, den niemand mehr versteht.
Ein zweiter Grundsatz: gib Claude ein Ziel, an dem er sich selbst messen kann. Wenn ein Test, ein Linter oder ein Build entscheidet, ob etwas funktioniert, kann der Agent eigenständig nachbessern, bis es grün ist. Ohne so eine Rückmeldung rät er nur.
CLAUDE.md richtig nutzen
Die CLAUDE.md ist eine Datei in deinem Projekt, die Claude bei jeder Sitzung automatisch liest – dein Ort für Regeln, Kontext und Konventionen, die du nicht jedes Mal neu tippen willst.
Stell dir die CLAUDE.md wie das Onboarding-Dokument für ein neues Teammitglied vor. Claude Code lädt sie automatisch in den Kontext, sobald du im Projekt arbeitest. Alles, was dort steht, muss du also nicht in jeden Prompt schreiben.
Sinnvoll sind vor allem Dinge, die Claude nicht erraten kann:
- Projektspezifische Befehle: Wie startet man die Tests? Wie den Dev-Server? („Tests laufen mit
npm test, nicht mitjestdirekt.”) - Konventionen: Code-Stil, Namensregeln, bevorzugte Bibliotheken. („Wir nutzen
fetch, keinaxios.”) - No-Gos: Was Claude auf keinen Fall anfassen oder generieren soll.
- Architektur-Kontext: Wie die wichtigsten Ordner zusammenhängen.
Ein paar Best Practices, die sich bewährt haben:
- Kurz und konkret. Eine
CLAUDE.mdist kein Handbuch. Je mehr Text, desto mehr Kontext frisst sie – und desto eher überliest Claude das Wichtige. Stichpunkte schlagen Fließtext. - An den richtigen Ort legen. Eine
CLAUDE.mdim Projekt-Wurzelverzeichnis gilt fürs ganze Projekt. Du kannst zusätzlich eine in einem Unterordner ablegen, die nur dort greift – praktisch für Monorepos. - Mitwachsen lassen. Wenn Claude denselben Fehler zweimal macht, ist das ein Signal: Schreib die Regel in die
CLAUDE.md, statt sie jedes Mal mündlich zu korrigieren.
Zur Prüfung: Den genauen Mechanismus zum schnellen Hinzufügen von Regeln (in manchen Versionen über ein vorangestelltes
#) und die exakten Pfade für persönliche vs. projektweite Memory-Dateien solltest du in der offiziellen Claude-Code-Dokumentation gegenchecken, da sich die Details zwischen Versionen ändern können.
Wichtig ist das Prinzip, nicht die perfekte Syntax: Eine gepflegte CLAUDE.md ist der größte Hebel für gleichbleibend gute Ergebnisse.
Kontext sauber halten
Halte den Kontext fokussiert – ein überladenes Kontextfenster macht Claude vergesslich und teurer, nicht klüger.
Claude Code arbeitet innerhalb eines Kontextfensters: alles, was in der laufenden Sitzung besprochen, gelesen und generiert wird, liegt darin. Wird es zu voll, leidet die Qualität – wichtige Details geraten in den Hintergrund, und du zahlst (in Tokens) für Ballast, den niemand mehr braucht.
So bleibt der Kontext sauber:
- Sitzungen thematisch trennen. Eine Aufgabe pro Sitzung. Wenn du von „Login-Bug fixen” zu „neues Dashboard bauen” wechselst, starte besser frisch, statt im selben Verlauf weiterzumachen.
- Aufräumen, wenn ein Thema durch ist. Viele Versionen von Claude Code bieten einen Befehl wie
/clear, um den Verlauf zu leeren und mit leerem Tisch weiterzuarbeiten. Nutze ihn großzügig zwischen unabhängigen Aufgaben. - Gezielt lesen lassen, nicht alles. „Lies die ganze Codebase” ist selten nötig und füllt den Kontext mit Rauschen. Verweise lieber auf konkrete Dateien.
- Zwischenstände festhalten. Bei großen Aufgaben hilft es, Claude einen kurzen Plan oder ein Protokoll in eine Datei schreiben zu lassen. So überlebt der wichtige Kontext auch einen Neustart.
Ein einfacher Merksatz: Kontext ist wie ein Schreibtisch. Ein paar relevante Unterlagen griffbereit – super. Der ganze Aktenschrank ausgekippt – Chaos. Räum zwischendurch auf.
Zur Prüfung: Den genauen Namen und das Verhalten von Befehlen wie
/clearoder einer automatischen Kontext-Zusammenfassung bitte in deiner installierten Version prüfen – die Slash-Befehle entwickeln sich weiter.
Wie es weitergeht
- Baustein für Aufgaben: Claude Skills
- Baustein für Tools: MCP-Server
- Baustein für Automatisierung: Claude Code Hooks
Häufige Anti-Patterns
Die meisten frustrierenden Claude-Code-Momente kommen von einer Handvoll vermeidbarer Muster – kein magischer Prompt nötig, nur weniger von diesen Fehlern.
Hier die Klassiker, die du dir sparen kannst:
- Der Mega-Prompt. Ein Auftrag, der zehn Dinge auf einmal will. Ergebnis: Claude macht acht halb, zwei gar nicht. Besser: zerlegen.
- Blind „ja” klicken. Wenn du jede vorgeschlagene Änderung ungeprüft durchwinkst, sammeln sich Fehler an, bis nichts mehr läuft. Schau dir das Diff an – zumindest stichprobenartig.
- Keine Tests, kein Feedback. Ohne eine Möglichkeit zu prüfen, ob Code funktioniert, rät der Agent. Gib ihm einen Test oder Befehl, an dem er Erfolg messen kann.
- Die
CLAUDE.mdignorieren. Dieselbe Korrektur in jeder Sitzung wiederholen, statt sie einmal aufzuschreiben. Reine Zeitverschwendung. - Den Kontext zumüllen. Stundenlang im selben Verlauf zwischen fünf Themen springen und sich dann wundern, dass Claude den Faden verliert.
- Vibe Coding ohne Bremse. „Vibe Coding” – der Begriff stammt von Andrej Karpathy (Februar 2025) – beschreibt das Bauen per Zuruf, ohne den Code genau zu lesen. Macht Spaß für Prototypen, ist aber riskant für alles, was in Produktion geht oder Sicherheit berührt. Lies kritischen Code selbst gegen.
Keiner dieser Punkte ist kompliziert. Sie sind nur leicht zu übersehen, wenn man in Fahrt ist.
Praxis-Setup
Ein gutes Setup besteht aus drei Bausteinen: eine gepflegte CLAUDE.md, ein klarer Sitzungs-Rhythmus und Versionskontrolle als Sicherheitsnetz.
So sieht ein bodenständiges Setup aus, mit dem du sofort loslegen kannst:
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Git ist Pflicht. Arbeite nur in einem Git-Repository. Commit oft – am besten nach jedem funktionierenden Schritt. So kannst du jede Änderung anschauen und im Zweifel zurückrollen. Das ist dein Sicherheitsnetz für alles Weitere.
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Eine
CLAUDE.mdanlegen. Starte klein. Drei Blöcke reichen für den Anfang:## Befehle - Tests: npm test - Dev-Server: npm run dev ## Konventionen - TypeScript, keine any-Typen - Komponenten in PascalCase ## Nicht anfassen - /legacy (alter Code, wird migriert)Ergänze sie über die Wochen, wann immer dir ein „das hätte Claude wissen müssen”-Moment passiert.
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Den Sitzungs-Rhythmus etablieren. Für jede neue Aufgabe: erst erkunden lassen, dann um einen Plan bitten, dann umsetzen, dann prüfen und committen. Bei großen Vorhaben den Plan in eine Datei schreiben lassen.
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Zwischen Themen aufräumen. Ist eine Aufgabe erledigt, den Kontext leeren und frisch in die nächste starten.
Das ist bewusst unspektakulär. Der Trick an einem guten Claude-Code-Workflow ist nicht ein geheimer Prompt, sondern Disziplin bei diesen wenigen Gewohnheiten. Wer sie verinnerlicht, bekommt verlässlich brauchbare Ergebnisse – statt einer Wundertüte.
FAQ: Häufige Fragen zum Claude-Code-Workflow
Was ist eine CLAUDE.md und wofür brauche ich sie?
Die CLAUDE.md ist eine Markdown-Datei in deinem Projekt, die Claude Code automatisch zu Beginn jeder Sitzung in den Kontext lädt. Du hinterlegst darin projektspezifische Befehle, Code-Konventionen, Architektur-Hinweise und No-Gos. So musst du wiederkehrende Anweisungen nicht in jeden Prompt schreiben – Claude kennt sie bereits.
Wie halte ich den Kontext bei Claude Code sauber?
Arbeite pro Sitzung möglichst an einem Thema, leere den Verlauf zwischen unabhängigen Aufgaben (in vielen Versionen über einen Befehl wie /clear) und lass Claude gezielt einzelne Dateien lesen statt der ganzen Codebase. Bei großen Aufgaben hilft es, einen Plan oder Zwischenstand in eine Datei schreiben zu lassen, damit wichtiger Kontext auch einen Neustart übersteht.
Was sind die häufigsten Fehler beim Arbeiten mit Claude Code?
Die typischsten Anti-Patterns sind: ein einziger überladener Mega-Prompt statt kleiner Schritte, das blinde Bestätigen aller Änderungen ohne Diff-Kontrolle, fehlende Tests als Erfolgskriterium, eine vernachlässigte CLAUDE.md und ein zugemüllter Kontext. Alle lassen sich mit etwas Routine vermeiden.
Sollte ich Claude Code nur mit Git nutzen?
Ja, dringend zu empfehlen. Git ist dein Sicherheitsnetz: Du kannst jede von Claude vorgeschlagene Änderung im Diff prüfen, häufig committen und bei einem Fehlversuch sauber zurückrollen. Ohne Versionskontrolle wird das Aufräumen nach einem missglückten Agentenlauf schnell unangenehm.
Was ist „Vibe Coding” und ist das ein guter Workflow?
„Vibe Coding” – ein Begriff von Andrej Karpathy aus dem Februar 2025 – meint das Entwickeln per Zuruf, ohne den generierten Code im Detail zu lesen. Für Prototypen und schnelle Experimente ist das prima. Für produktiven oder sicherheitsrelevanten Code solltest du den Output aber gegenlesen und testen, statt nur auf den „Vibe” zu vertrauen.
Fazit
Ein guter Claude-Code-Workflow ist erstaunlich unspektakulär: kleine Schritte statt Mega-Prompts, eine gepflegte CLAUDE.md statt ewiger Wiederholungen, ein sauberer Kontext und Git als Sicherheitsnetz. Keine Geheimtricks – nur ein paar Gewohnheiten, die zusammen den Unterschied zwischen „dreht sich im Kreis” und „liefert verlässlich” ausmachen.
Wenn du Claude Code noch nicht eingerichtet hast, fang hier an: Claude Code installieren & erste Schritte. Und für den großen Überblick: Was ist Claude Code? Einfach erklärt.