Zum Inhalt springen
Helped by a Nerd

KI-Tools

Claude Code Subagents erklärt: Parallel arbeiten lassen

Veröffentlicht am Lesezeit: 6 Min.

  • #claude-code
  • #agent-skills
Claude Code Subagents erklärt: Parallel arbeiten lassen
Inhalt

Du arbeitest mit Claude Code und liest immer wieder von „Subagents” – und fragst dich, ob das nur ein weiteres Buzzword ist oder etwas, das dir tatsächlich Zeit spart? Kurze Antwort: Letzteres, in bestimmten Situationen. Subagents sind einer der praktischsten Hebel, wenn dein Hauptchat zu voll wird oder du mehrere Dinge gleichzeitig erledigen willst.

Dieser Artikel gehört zu unserem Überblick: Was ist Claude Code? Einfach erklärt. Wenn du Claude Code noch gar nicht installiert hast, fang am besten bei Claude Code installieren & erste Schritte an.


Was sind Subagents?

Subagents sind eigenständige KI-Helfer innerhalb von Claude Code, die eine abgegrenzte Aufgabe mit eigenem Kontextfenster und eigener Anweisung erledigen und ihr Ergebnis an den Hauptchat zurückgeben.

Stell dir den Hauptchat als Projektleiter vor. Statt jede Detailaufgabe selbst zu machen, delegiert der Projektleiter Teilaufgaben an Spezialisten: „Du recherchierst diese Bibliothek”, „Du schreibst die Tests”, „Du prüfst den Code auf Fehler”. Jeder Spezialist arbeitet für sich, mit klarem Auftrag – und meldet am Ende nur das Wesentliche zurück.

Genau das ist ein Subagent. Er bekommt eine Aufgabe, arbeitet in seinem eigenen, frischen Kontextfenster und liefert eine Zusammenfassung zurück. Der entscheidende Punkt: Der ganze Zwischenkram – die zehn durchsuchten Dateien, die verworfenen Ansätze – landet nicht in deinem Hauptchat. Dort kommt nur das Ergebnis an.


Wann lohnen sie sich?

Subagents lohnen sich, wenn eine Teilaufgabe viel Kontext frisst, klar abgrenzbar ist oder parallel zu anderer Arbeit laufen kann.

Drei typische Situationen, in denen Subagents wirklich helfen:

  • Kontext sparen. Du arbeitest an einem Feature und brauchst nebenbei eine Recherche durch 30 Dateien. Würdest du das im Hauptchat machen, wäre dein Kontextfenster danach mit Suchergebnissen zugemüllt. Ein Subagent erledigt die Suche und gibt dir nur die zwei relevanten Stellen zurück.
  • Spezialisierte Rollen. Du willst, dass eine Aufgabe konsequent aus einer bestimmten Perspektive erledigt wird – etwa ein „Code-Reviewer”, der nur auf Sicherheit schaut, oder ein „Test-Schreiber”. Ein dedizierter Subagent mit eigener Anweisung bleibt bei seiner Rolle.
  • Mehrere Dinge gleichzeitig. Drei unabhängige Aufgaben, die nichts voneinander wissen müssen? Die kannst du parallel an mehrere Subagents geben, statt sie nacheinander abzuarbeiten.

Wann sie sich nicht lohnen: bei kleinen, schnellen Aufgaben. Einen Subagent zu starten kostet Overhead. Für „benenn diese Variable um” lohnt sich das nicht – das macht der Hauptchat schneller selbst.


Subagent erstellen

Einen Subagent legst du als Markdown-Datei mit Anweisung an, oder du lässt Claude Code dir einen über den Befehl /agents erstellen.

In Claude Code sind Subagents (offiziell oft „Agents” genannt) im Kern Konfigurationsdateien. Sie liegen entweder projektspezifisch unter .claude/agents/ oder persönlich unter ~/.claude/agents/ – ähnlich wie Claude Skills als Ordner auf deinem Dateisystem liegen.

Eine Subagent-Datei besteht typischerweise aus einem YAML-Frontmatter (Name, Beschreibung, optional erlaubte Werkzeuge) und darunter der eigentlichen Anweisung in Markdown:

---
name: code-reviewer
description: Prüft geänderten Code auf Bugs und Sicherheitsprobleme.
---

Du bist ein erfahrener Code-Reviewer. Schau dir die Änderungen an
und melde nur konkrete Probleme mit Datei und Zeile zurück.
Sei kurz und priorisiere nach Schweregrad.

Der einfachste Weg in der Praxis: Tippe in Claude Code den Befehl /agents. Damit kommst du in eine geführte Erstellung, in der du Name, Aufgabe und erlaubte Werkzeuge festlegen kannst, ohne die Datei von Hand zu schreiben.

Zur Prüfung: Die genaue Befehlssyntax (/agents) und die unterstützten Frontmatter-Felder können sich zwischen Claude-Code-Versionen ändern. Wirf vor dem Anlegen einen Blick in die offizielle Anthropic-Dokumentation für deine Version.


Paralleles Arbeiten

Claude Code kann mehrere Subagents gleichzeitig laufen lassen – ideal für unabhängige Aufgaben, die nichts voneinander wissen müssen.

Das ist der Teil, der sich anfangs fast wie Magie anfühlt. Wenn du Claude Code im Hauptchat bittest, drei voneinander unabhängige Dinge zu erledigen, kann er dafür drei Subagents parallel starten. Jeder arbeitet in seinem eigenen Kontext, alle gleichzeitig – und der Hauptchat sammelt die Ergebnisse ein, sobald sie fertig sind.

Ein praktisches Beispiel: „Recherchiere drei mögliche Bibliotheken für Datei-Uploads und fasse Vor- und Nachteile zusammen.” Statt nacheinander kann Claude Code je einen Subagent pro Bibliothek losschicken. Das spart spürbar Zeit.

Wichtig ist die Bedingung unabhängig. Paralleles Arbeiten funktioniert nur, wenn die Aufgaben sich nicht gegenseitig brauchen. Sobald Aufgabe B das Ergebnis von Aufgabe A voraussetzt, müssen sie nacheinander laufen – sonst arbeitet B mit Lücken.

Wenn dich das Thema „mehrere Agenten, die zusammenarbeiten” grundsätzlich interessiert, lies auch unseren Überblick zu KI-Agenten weiter unten.


Grenzen

Subagents sind mächtig, aber kein Allheilmittel: Sie kosten Overhead, sehen deinen Hauptchat nicht und können nicht beliebig untereinander reden.

Ein paar ehrliche Einschränkungen, damit du keine falschen Erwartungen hast:

  • Kein gemeinsames Gedächtnis. Ein Subagent startet mit einem frischen Kontext. Er kennt deinen bisherigen Chatverlauf nur insoweit, wie der Hauptchat ihm die Aufgabe beschreibt. Was du dem Subagent nicht mitgibst, weiß er nicht.
  • Overhead. Jeder Subagent-Start kostet Zeit und Tokens. Für Kleinkram ist das Verhältnis schlecht.
  • Begrenzte Verkettung. Subagents reden in der Regel nicht frei untereinander – sie melden an den Hauptchat zurück, der koordiniert. Komplexe Agent-zu-Agent-Choreografie ist eher das Thema von ausgewachsenen Multi-Agenten-Systemen als von Claude Code im Alltag.
  • Ergebnisse können daneben liegen. Ein Subagent ist auch nur eine KI-Instanz. Gib ihm eine vage Aufgabe, bekommst du ein vages Ergebnis zurück – ohne dass du die Zwischenschritte gesehen hast.

Die goldene Regel: Subagents für klar abgegrenzte, kontextintensive oder parallelisierbare Aufgaben – nicht als Standardreflex für alles.


Wie es weitergeht

FAQ: Häufige Fragen zu Claude Code Subagents

Was sind Claude Code Subagents?

Subagents sind eigenständige KI-Helfer innerhalb von Claude Code. Sie bekommen vom Hauptchat eine abgegrenzte Aufgabe, arbeiten in einem eigenen, frischen Kontextfenster und geben am Ende nur ihr Ergebnis zurück. So bleibt dein Hauptchat aufgeräumt, weil die ganze Zwischenarbeit dort nicht landet.

Wann sollte ich einen Subagent nutzen?

Immer dann, wenn eine Teilaufgabe viel Kontext verbraucht (z. B. eine Suche durch viele Dateien), eine klar abgegrenzte Rolle erfordert (z. B. Code-Review) oder parallel zu anderer Arbeit laufen kann. Für schnelle Kleinaufgaben lohnt sich der Overhead dagegen nicht.

Wie erstelle ich einen Subagent in Claude Code?

Am einfachsten über den Befehl /agents, der dich durch die Erstellung führt. Alternativ legst du eine Markdown-Datei mit YAML-Frontmatter unter .claude/agents/ (projektweit) oder ~/.claude/agents/ (persönlich) an. Die genaue Syntax solltest du zur Sicherheit in der offiziellen Dokumentation für deine Claude-Code-Version prüfen.

Können Subagents parallel laufen?

Ja. Claude Code kann mehrere Subagents gleichzeitig starten, solange die Aufgaben voneinander unabhängig sind. Sobald eine Aufgabe das Ergebnis einer anderen braucht, müssen sie nacheinander laufen.

Was ist der Unterschied zwischen Subagents, Skills und MCP?

Subagents sind eigene KI-Instanzen, die Aufgaben delegiert bekommen. Skills sind wiederverwendbare Wissenspakete, die Claude sagen, wie er etwas tun soll. MCP-Server verbinden Claude mit externen Tools und Daten. Eine ausführliche Gegenüberstellung findest du in Skills vs MCP vs Subagents.

Brauche ich Programmierkenntnisse für Subagents?

Für die Grundlagen nicht. Einen Subagent über /agents zu erstellen oder eine kurze Markdown-Anweisung zu schreiben, geht ohne Code. Programmierkenntnisse helfen erst, wenn du Subagents in komplexere Entwickler-Workflows einbaust.


Fazit

Subagents sind Claude Codes Antwort auf zwei Alltagsprobleme: ein zu volles Kontextfenster und Aufgaben, die parallel laufen könnten. Richtig eingesetzt – für klar abgegrenzte, kontextintensive oder unabhängige Teilaufgaben – sparen sie spürbar Zeit und halten deinen Hauptchat sauber. Als Standardreflex für jede Kleinigkeit lohnen sie sich nicht.

Der nächste Schritt: Schau dir an, wie Subagents, Skills und MCP zusammenspielen → Skills vs MCP vs Subagents.

Mehr zum Thema

Newsletter

Kein KI-Update mehr verpassen

Neue Tools, Anleitungen und Deals – einmal pro Woche direkt in dein Postfach.

100% kostenlos, jederzeit kündbar.